Basisversion
Dieses Software-Paket dient zwar auch der Glasdickendimensionierung, ist aber nicht, wie vielfach angenommen, eine Weiterentwicklung von GLASTIK Standard! GLASTIK Professional wurde für besondere Glasanwendungs-Berechnungen und ausschließlich zur Benutzung von Fachleuten geschaffen. Die Berechnungsbasis ist grundsätzlich die „Finite Elemente“-Methode, nach der jede Scheibe rechnerisch in zu definierende Kleinst-Einheiten zerlegt wird, um dann sehr exakt die Scheibenbelastungen und deren Reaktionen darauf an jeder Stelle zu analysieren. Zur Ermittlung solcher Rechenergebnisse sind die definiert einzugebenden Parameter vielfältig, und die Berechnung muss fachmännisch analysiert betrachtet werden. Also keine Software für den verkaufenden Glasfachmann, wie bei Standard, sondern mehr für den statisch bewertenden Glasexperten oder Ingenieur.
Auch die Ergebnisausdrucke sind abweichend, sehr detailliert und lassen auf Wunsch selbst dreidimensionale Verformungssituationen der Scheibe unter Last erkennen.
Durch die variable Eingabemöglichkeit ist die Software nicht nur für den deutschen Markt interessant, da landesspezifische Anforderungen individuell erfasst und integriert werden können. Selbstverständlich sind alle notwendigen Normen integriert, so dass jede beliebige Scheibengeometrie dargestellt und vor allem berechnet werden kann.
Hauptsächliche Neuerung in der Version 2.0 ist der neue Netzgenerator, ein sogenannter Free-Mesher. Dadurch ist nun jede erdenkliche Geometrie berechenbar. In der Version 1.1 war die Berechnung noch an geometrische Grundformen, wie z. B. Kreis, Viereck oder Fünfeck, gebunden. Diese Einschränkung entfällt mit der Version 2.0. Nun sind z. B. auch Halbkreise, Modellscheiben mit abgerundeten Ecken oder auch Aus-, Ein- und Rückschnitte berechenbar.
Wie im Standardpaket ist die seit Anfang 2007 geltende DIN 1055, Teile 4 und 5, integriert. Alle Lasten können wahlweise „per Hand“ vorgegeben werden, oder sie werden komfortabel über entsprechende Eingabemasken automatisch ermittelt. Dazu war eine komplette Überarbeitung der geodätischen Daten für Deutschland, die im Programm integriert sind, nötig, um die neuen Windlastzonen und die modifizierten Schneelastzonen aufzunehmen.
Eine weitere Neuerung in der Grundversion ist eine zusätzliche Auflagermöglichkeit. Bisher war eine Randlagerung und Punkthalterung möglich. Jetzt können pro Geometrie bis zu 4 frei definierbare elastische Auflagerstreifen ausgewählt werden. Eine klassische Anwendung für solche Auflagerstreifen ist z. B. das Stufen-Isolierglas, bei dem 4 Kanten gegen Druck gelagert sind, aber nur 3 Kanten gegen Sog.
Für Spezialisten wurde in der Version 2.0 von GLASTIK Professional eine besondere Berechnungsmöglichkeit für VSG-Gläser geschaffen. Der versierte Anwender hat die Möglichkeit, durch die Eingabe eines Faktors den Schubverbundansatz bei der Berechnung zu berücksichtigen. Im Normalfall wird ein günstig wirkender Schubverbund auf Grund der Gesetzeslage in Deutschland nicht berücksichtigt. Dies kann jetzt geändert werden.
